Leishmaniose 2. Teil

Wir wissen nun also, dass die Leishmaniose – für empfängliche Tiere – eine NICHT HEILBARE Erkrankung ist.
Wir können die Krankheit nur in Schach halten.

Dazu stehen uns mehrere Medikamente zur Verfügung.

Das eine heißt Glucantime, ein Wirkstoff für die Tiermedizin, das allerdings aus dem europäischen Ausland eingeführt werden muss, was zwar eine bürokratische Hürde darstellt, aber keinen Hinderungsgrund das Mittel einzusetzen. Es sollte aber NICHT angewandt werden bei Hunden mit Leber-und/oder Nierenstörungen.
Die Art der Anwendung ist für manch einen Tierbesitzer leider ein zusätzliches Problem, denn das Präparat muss während 4 – 8 Wochen täglich bis zu 2 x gespritzt werden.

Alternativ zu Glucantime kann bei leber-und/oder nierenkranken Hunden auf ein humanmedizinisches Medikament zurückgegriffen werden, das etwas weniger schädlich ist.
Dieses ist das Miltefosin.
Auch dies bedeutet für den Tierarzt zusätzlichen bürokratischen Aufwand, denn solche, für den Menschen entwickelten Medikamente dürfen nur mit hinreichender Begründung (nennt sich UMWIDMUNG) und nach Meldung beim Veterinäramt eingesetzt werden.
Der Vorteil ist, das es sich hierbei um Tabletten handelt, es bedarf also keines täglichen Besuches beim Tierarzt.
Die Tabletten werden 28 Tage, also 4 ganze Wochen durchgegeben.

Ein weiteres Medikament, das Allopurinol, kann zusätzlich zu den beiden Erstgenannten, aber auch als Monotherapie eingesetzt werden. Was für Ihr Tier sinnvoll ist, entscheidet Ihr Tierarzt.

Auch dies ist ein humanmedizinisches Präparat, das im Notfall umgewidmet, für den tierärztlichen Einsatz dokumentiert und dann gegeben werden darf.
Auch hier handelt es sich um Tabletten, welche 2 x täglich über 6 – 18 MONATE gegeben werden müssen!!!!

Andere Medikamente sollen hier nicht erwähnt werden, da ihre Wirkung oft unzureichend und die Nebenwirkungen zu groß sind.

Was ist nun also mit der IMPFUNG, die von einer Arzneimittelfirma entwickelt wurde und inzwischen auf dem Markt ist?
Damit verhält es sich folgendermassen :
Diese Impfung dürfen Sie NICHT als eine Impfung betrachten, wie Sie diese gewohnt sind, wo ein abgetötetes oder abgeschwächtes Virus, oder Teil eines Virus als Impfstoff gespritzt wird und im Körper eine ganz klar definierte Reaktion auslöst, nämlich die Bildung von ganz spezifischen Antikörpern gegen genau das mit der Impfung verabreichte Agen (Virus).
Im Echtfall, also wenn Ihr Tier von diesem Virus befallen wird, erinnert sich das Immungedächtnis an dieses Agen, d.h. es erinnert sich, dass es dagegen schon einmal eine ganz spezielle Waffe gebildet hat, nämlich die ganz spezifischen Antikörper (AK).
Und diese AK werden nun vom aktivierten, aufgeweckten Immunsystem ganz schnell produziert und der Erreger auf diese Weise erledigt.

Die Impfung mit dem neuen Leishmaniose-Impfstoff beruht aber NICHT auf Bildung von spezifischen Antikörpern, die das Immunsystem beim Infektionsfall losschickt, sndern auf einer unspezifischen Aktivierung des gesamten Abwehrsystems.
Der Organismus soll durch Aktivierung eines bestimmten Zelltyps (Th1-Zellen) in die Lage versetzt werden – ohne Antikörperbildung – mit dem Erreger fertig zu werden.

Am besten stellen Sie sich das mal ganz bildhaft vor, so als würden Sie sich im Kampf -Mann gegen Mann – mit einem Gegner befinden, dem Sie kräftemäßig überlegen sind, weil Sie z.B. stärkere Muskeln haben, besser genährt sind, geschickter kämpfen, jünger sind, etc etc, aber ganz ohne spezifischen Waffeneinsatz, z.B. Messer, Gewehr etc..
Der andere aber ist vielleicht etwas abwehrschächer, weil er gerade erkältet ist, oder im Kämpfen ungeübter, oder untrainiert, körperlich kleiner, schwächer… etc..
Sie werden ihm also überlegen sein, auch wenn er vielleicht, bei Wahl eines spezifischen Abwehrsystems (Waffe) erfolgreicher sein könnte.

Ok, vielleicht hinkt er ja auch, der Vergleich, aber ich glaube, in etwa werden Sie verstehen, was gemeint ist.

Diese unspezifische Stärkung des Immunsystems ist nicht so leicht zu haben wie wir das von den üblichen Impfungen gewohnt sind.
Nach der üblichen Tollwutimpfung – um mal ein Beispiel zu nennen – hat der Körper normalerweise seine Armada an Antikörpern innerhalb zweier Wochen rekrutiert, die verharren dann in Ruhe, bis sie gebraucht werden und vermehren sich dann in rasender Eile und schwupp, ist das Tollwutvirus umzingelt und erledigt.

Bei der Leishmaniose ist das Ziel die Anbildung der unspezifischen Abwehr, d.h. die Vermehrung eines ganz bestimmten Zelltyps im Abwehrsystem (eines Zelltyps, der vielen, in den Mittelmeerländern heimischen Hunden, welche NICHT erkranken (- Sie erinnern sich? nachlesen Teil 1 -) eigen ist.)), und das d a u e r t

Es bedarf dreier Impfungen, im Abstand von jeweils 3 Wochen und erst 4 Wochen nach der 3.Impfung kann bei dieser zellulären Immunitätsentwicklung mit einem Schutz gegen die Leishmaniose gerechnet werden.
Erst dann kann damit gerechnet werden, dass Ihr Hund nach einer Ansteckung stark genug ist, den Erreger erledigen zu können.
Insgesamt sind dies 3 1/2 Monate bis Sie etwas unbesorgter reisen können.
Diese Impfung muss 1 x im Jahr wiederholt werden und der richtige Zeitpunkt darf dann auch nicht vergessen werden, ansonsten fangen Sie von Vorne an.

Fazit :
Namhafte Wissenschaftler auf diesem gebiet raten dazu was in der ersten Folge empfohlen wurde :
1. am besten Sie lassen Ihren Hund wohlbehütet zuhause
2. wenn das nicht geht, dann ist der wichtigste Schutz das „REPELLENT“ und dies auch nur dann wenn es

a) richtig,
b) mengenmäßig ausreichend und
c) häufig genug (ev. alle 2 Wochen im Urlaubsland) angewendet wird.

Ein letztes Wort zum Infektionsrisiko :

Bei abwehrgeschwächten Menschen ist die Ansteckung eine gewisse Gefahr!!
Abwehrgeschwächt sind
1. Kleinkinder – da Immunität noch unzureichend entwickelt,
2. Alte Menschen – da Immunität langsam abbaut
3. Menschen mit Immunerkrankungen
4. Menschen mit anderen, akuten oder chronischen Erkrankungen

Und damit endet die Leishmaniose-Story und ich wünsche Ihnen einen schönen Oster-Urlaub.

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