Impfproblematik II.Teil „neuer Leptospirose-Impfstoff“ endlich verfügbar!

Ein ganzes Jahr haben uns die Firmen vertröstet!
Angekündigt war der neue, stark verbesserte Impfstoff gegen Leptospirose schon eine gefühlte Ewigkeit!
Genauso lange haben die entsprechenden Firmen die Werbetrommel gerührt.
Und dies – muss gesagt sein – diesesmal zu Recht!

Um was handelt es sich ?
Die Leptospirose ist – im Unterschied zu den meisten Erkrankungen gegen die wir ständig impfen – keine Viruserkrankung, sondern eine bakterielle Erkrankung.
Gegen Bakterien lassen sich nur sehr schwer Impfstoffe herstellen, wenn das anders wäre, gäbe es bei uns weder in der Tier -noch in der Humanmedizin das Problem der „resistenten Keime“.

Sie wissen was gemeint ist?
Operiert werden müssen -> geschwächte Abwehr durch OP -> MRSA (= MethicillinResistenteStaphylokokkusAureus, meist im Krankenhaus erworben) -> unendlich leidvolle, langwierige Behandlungen -> worst case : ev. Tod durch Sepsis!!

So weit so (un)gut.

Wenn Impfstoffe gegen Bakterien entwickelt werden sollen, wird durch eine solche Impfung meist keine lang anhaltende Abwehr erzielt, d.h. die Antikörper sind nach einem halben Jahr im Körper/Blut schon nicht mehr nachweisbar.

Schwierig ist auch, die richtigen, also die bei uns vorherrschenden Subtypen des Keims in den Impfstoff zu packen, denn die Leptospiroseerreger in anderen Ländern, sind nicht unbedingt dieselben, wie jene, die in Deutschland vorkommen und dies Unterschiede führen bei Ausbruch der Erkrankung zu verschiedenen Erscheinungsbildern (was die Diagnose erschwert).
Hier in Deutschland überwiegen Erkrankungen des Harntraktes.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Erregerfront laufend ändern kann, durch Einschleppen anderer Erreger aus dem Ausland.
Es ist also nicht nur schwierig, die passenden Keime in einen Impfstoff zu packen, der dann lange genug Wirkung zeigt, sprich schützt, die Keime können sich auch ständig ändern, oder es kommen neue dazu ……

Und nun das Fatalste :
Den Leptospiren ist es vollkommen wurscht, wenn sie sich zum Opfer suchen, ob Mensch, ob Tier!
Anders als bei Viren , die sehr spezifisch und meist nur pathogen für bestimmte Arten sind (Mensch ODER Hund ODER Katze ODER Vogel…..) , sind die jeweils andern Arten meist unempfänglich (aber auch das gilt nur beschränkt, siehe Vogelvirus beim Mensch, Tollwut …etc).

Bleiben wir aber bei den Bakterien, hier bei den Leptospiren:

Wir, als Menschen, können uns über unsere Hunde anstecken, die selbst – auch wenn sie den Erreger aufgenommen haben ((- z.B. beim Schlabbern an Seeufern, in stillen Gewässern, in Pfützen (Erregerreservoir sind Wasservögel und Ratten)) – garnicht unbedingt erkranken müssen.
Dann sind sie sogenannte „inapperente Überträger“ (inapperent heißt, der Erreger ist im Körper des Hundes, zeigt sich aber nicht, die Krankheit bricht beim ihm als Überträger nicht aus).

Wir armen Menschen aber, wir erkranken, je nach Erregerdosis und körpereigener Abwehr, von leicht, bis schwer, bis tödlich.
Infektionsweg vom Hund zum Mensch sind z.B. Urintröpfchen des Hundes, die als „Schmierinfektion“ bei uns in kleinste Hautwunden (Hände) eindringen können. In früheren Zeiten hieß die Leptospirose beim Menschen auch die Tierarztkrankheit, da wir beruflich bedingt, genug ungeschützten Hautkontakt mit Infizierten zu tun haben (Wer zieht sich schon bei jedem Patienten Handschuhe an???)

Jedes Jahr sind Todesfälle beim Menschen zu betrauern, nicht immer sind es die Hunde, die den Erreger weitergeben, sondern es genügt auch, in mit Leptospiren verseuchtes Gewässer zu fallen.

So geschehen vor einigen Jahren :
Ein älterer Angler, der in den Donau-Auen ins Wasser fiel und dann an dieser Krankheit verstarb machte traurige Schlagzeilen, ebenso wie in jüngerer Zeit ein Ruderer, der auf der Münchner Regattastrecke aus dem Boot gefallen war und der Leptospiroseerkrankung zum Opfer fiel.
Erschreckend auch ein Arztbericht aus der letzten Zeit, der besagt, dass selbst bei den BEHANDELTEN, an Leptospirose erkrankten Menschen, es in 10% zu Todesfällen kommt.

Aus leidvoller Erfahrung bin ich penetrant in meiner Impfberatung, was die Leptospirose betrifft.
Das wissen alle meine Hundebesitzer!
Diese Impfung wurde BISHER in meiner Praxis in 1/2-jährlichen Abständen empfohlen, aus gutem Grund :

Ich hatte mich vor 2 Jahren bei einem Patienten in der Praxis selbst angesteckt und hatte aber das Glück, dass der Patient eben KEIN inapperenter Überträger war, sondern selbst erkrankte, OBWOHL JÄHRLICH GEIMPFT !
Da für mich – TROTZ der JÄHRLICHEN LEPTOSPIROSE-IMPFUNG des Hundes – schnell die Verdachtsdiagnose „Leptospirose“ nahelag (die Antiobiose wirkte nicht) ließ ich im Labor testen und der Verdacht wurde bestätigt.
Ich selbst konnte, nachdem 2 Wochen später die Krankheit bei mir ausbrach, aufgrund der Vorgeschichte schnell behandelt werden, übrigens mit demselben Medikament wie mein Patient.

Glück gehabt!
Wäre der Hund inapperenter Überträger gewesen, hätte ich mit meinen grippeartigen Symptomen, wohl kaum an diese mögliche Erkrankung gedacht und der Ausgang wäre unbstimmt gewesen.

Der langen Rede kurzer Sinn:
nun gibt es also den (von mir) sehnlichst erwarteten Impfstoff für unsere Hunde, der nicht nur die für Deutschland passenden Subtypen enthält, sondern der auch nur 1 x im Jahr geimpft werden muss, was die Hundebesitzer sicher freut.

Und um das Rad zu schließen :
was meine allergischen Hautpatienten betrifft und deren Besitzer freuen wird :
der neue Impfstoff ist ein Totimpfstoff !!!!
(Thema des Monats-Tipp im September auf meiner Website)

Ab heute ist dieser Impfstoff in meiner Praxis vorrätig!

(eine Fortsetzung zu Impfproblemen folgt noch)

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