Kapitel II zum Monatstipp Januar 2015 „Infektionsrisiko Haustier – Kind“

Begonnen habe ich diese Themenserie mit dem Wichtigsten, mit dem gesundheitlichen Vorteil, der unserem Nachwuchs durch das Zusammenleben mit Hund & Katz erwächst, gemeint ist die Stärkung des Immunsystems bei gleichzeitiger – statistisch signifikanter – Wahrscheinlichkeit, im Leben NICHT von Allergien geplagt zu werden.

An zweiter Stelle möchte ich Ihnen aber auch nicht – entsprechend meiner Spezialisierung als Hauttierärztin – die mir wichtig erscheinenden, gesundheitlichen Risiken verschweigen !

Gemeint ist die Möglichkeit, über unsere hautkranken ( und dann meist auch bakteriell infizierten) Tiere mit resistenten Keimen in Berührung zu kommen.

Gleich im Voraus : ganz so schlimm ist die Gefahr nicht!!
Jede Krankenschwester, jeder Arzt hat ein weitaus größeres Risiko, sich berufswegen mit den sogenannten „Hospitalkeimen“ – z.B. dem „MRSA“ –
anzustecken.
Mit Hospitalkeimen sind Bakterien gemeint, die sich in Kliniken, Krankenhäusern, Pflegeheimen, überall dort wo kranke, infizierte, geschwächte Menschen in großer Zahl und Dichte zusammenkommen, vermehren und gegen die üblichen Antibiotica aus vielerlei Gründen resistent werden.

( Dazu ließen sich Bücher füllen, mehr Infos würden hier den Rahmen sprengen. Was ich möchte ist, Ihnen ein bißchen ein Bewußtsein schaffen für die Zusammenhänge.
Wer also mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann mir hier im Blog seine Fragen stellen, ich geh gerne darauf ein, da ich eine meiner Hauptaufgaben in erster Linie im VERMEIDEN, erst in zweiter Linie im HEILEN von Krankheiten sehe und zwar bei Tier UND Mensch )

weiter im Thema :
MRSA, ist ein Kürzel für „Methicillin-Resistenter-Staphylokokkus-Aureus“, ein gefürchteter Keim beim Menschen, von dem sicher schon viele meiner Blogleser zumindest gehört haben.
Ein vergleichbarer, bei unseren Hunden und Katzen vorkommender Keim ist der MRSP, d.h. „Methicillin-Resistenter-Staphylokokkus-Pseudointermedius“.
Auch dieser Keim ist resistent gegen viele der gängigen Antibiotica.

Inwieweit eine Übertragung des MRSP vom Tier auf den MENSCHEN möglich ist, wird in Expertenkreisen schon lange und immer noch diskutiert.

Die Übertragung des MRSA vom Menschen auf das TIER, halte ich – zumindest in meinem Kientel – als gesichert.

So konnte im mikrobiologischen Test einer Hautprobe auf Keimart und Resistenz, bei einem meiner 4-beinigen Patienten, der an einer schweren, infektiösen Dermatitis litt, der MRSA festgestellt werden.
Die Quelle des Menschenkeims war leicht auszumachen.
Der Besitzer des Tieres arbeitet im pflegerischen Gesundheitsbereich, ist also gezwungenermaßen täglich in Kontakt mit sehr vielen kranken Menschen.

!!! – wo die bakterielle Übertragung in einer Richtung funktioniert (vom Mensch auf das Tier), tut sie dies mit großer Sicherheit auch in der Gegenrichtung, (vom Tier auf den Menschen) – !!!

Über Nasenabstriche (Goldstandard der Untersuchungsmethoden beim Menschen) können solche inapperenten Überträger (inapperent = die Infektion tritt nach außen nicht in Erscheinung) leicht entdeckt werden, denn weh tut einem nichts, man ist grundsätzlich nicht krank, wenn man mit solchen Keimen besiedelt ist.

!! Gefährlich wird’s bei Vorliegen einer Immunschwäche – wobei wir wieder beim Thema sind : „Kind – Hund/Katze“ – !!

Denn die heranwachsende Generaton verfügt entwicklungsbedingt, vom Säuglings – bis ins Schulalter (und oft darüber hinaus), noch NICHT über ein voll ausgereiftes Immunsystem !
(Selbstverständlich gilt dies auch für alte Menschen, wo das Immunsystem langsam schwächer wird, oder für Patienten, die an Tumoren oder Immunerkrankungen leiden, oder immunschwächende Medikamente einnehmen müssen)

Also, beherzigen Sie folgende Punkte, dann dürfen Sie obig genannte Sorgen vergessen :

1. Halten Sie sich in jedem Fall eisern an den von Ihrem Tierarzt erstellten Therapieplan bei der Behandlung der infektiösen Hauterkrankung Ihres Tieres!

2. Halten Sie sich strikt an die zuverläßige Eingabe der Ihnen abgegebenen antibiotischen Tabletten, sollte deren Einsatz sich als nötig erweisen.

3. Halten Sie sich an das Prozedere der verordneten Badetherapie (denn in vielen Fällen genügt schon das Baden mit einem medizinischen Shampoo, um die auf der Haut Ihres infizierten Tieres haftenden Bakterien mechanisch zu beseitigen)!

Grundsätzlich gilt ………
zur Abheilung einer bakteriellen Infektion (und damit zum Verhindern einer Keimübertragung) kommt es nur bei strikter Einhaltung aller Vorgaben, sei es
die pünktliche, exakte & richtig dosierte Eingabe von Tabletten oder
die richtig ausgeführte Badetherapie.
(Zu beiden Therapieformen erhalten Sie von mir auch stets einen schriftlicher Plan).

Denn dann bleibt’s dabei : – HAUSTIERE STÄRKEN DIE ABWEHR UNSERER kINDER – statt sie krank zu machen (wie dies oft noch in den Köpfen der alten Generation humanmedizinischer Kollegen herumspukt) !

(Im 3. Teil geht es ebenfalls um infektiöse Risiken, und zwar um die viel häufiger besprochenen Zusammenhänge zwischen Parasiten (z.B. Flöhe, zecken oder Würmer) beim Tier u. deren Übertragung auf den Menschen, respektive auf Kinder )

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