letzter Teil „Haustier – Kind“, Risiko „Verhalten“

im Voraus :

A. ist es ein großer Unterschied, ob zuerst der Hund, oder zuerst das Kind da war.
B. ist es ein großer Unterschied, ob es sich um einen Welpen, oder um einen erwachsenen Hund handelt, wenn der Vierbeiner erstmalig Kontakt zu unserem Kind erhält.

Wir alle wissen, dass unser Verhalten zu einem großen Maß durch unsere Erfahrungen geprägt ist, besonders durch unsere Erfahrungen im Kindesalter.

Das verhält sich bei Hund und Katze genauso.
Wir sprechen beim Tier von seiner Sozialisation.
Je mehr gute Erfahrungen ein Tier in seiner Sozialisationsphase mit Kindern gehabt hat, desto verträglicher wird es im Umgang mit Kindern sein.

Kommt also ein kleiner Welpe, mit ca. 10 Wochen in unser Leben, so haben wir das große Glück, ihn in seiner Sozialisationsphase bekommen zu haben (die beim Hund in etwa bis zur 12.Woche, bei der Katze bis zur 8. Woche geht) und ihn zusammen mit dem menschlichen Zuwachs erziehen, prägen zu können.

Das heißt : Wir können diesen kleinen Hund oder diese kleine Katze an unser Kind gewöhnen, egal ob es schon geboren ist, oder erst in der Planung,

Die Unterschiede im Verhalten sind – gleich ob Hund oder Katze – nicht sehr groß, außer dass die Verhältnisse bei der Katze nicht so offenkundig sind.

Wenn wir ein wenig Wissen bezügl. des normalen Hunde- /Katzenverhaltens mitbringen, wenn wir die dem Verhalten der Tiere zugrundeliegenden Regeln kennen und beherzigen, dann ist die Hürde, die uns ev. jetzt noch verunsichert, schon fast genommen.

Ein paar dieser wichtigen Regeln zeige ich Ihnen deshalb hier auf, wobei es garnicht so entscheidend ist, wie alt Ihr Kind und wie alt Ihr Hund ist, schließlich müssen Sie mit den Gegebenheiten Ihres Alltags, so wie er ist, klarkommen.

!!! SICHERHEIT ist OBERSTES GEBOT !!!

Wenn man gefährliche Vorfälle analysiert, so mangelt es meistens an ganz einfachen Sicherheitsvorkehrungen die einzuhalten gewesen wären.

Man muss immer bedenken :

Der Hund ist ein Hund und kein Mensch im Tarnanzug, auch wenn ich Loriot zustimme „….als Hund unmöglich, als Mensch unverzichtbar “ (..oder so ähnlich ausgedrückt ….)

Auch der niedlichste Mops ist ein Hund, der im Rudel einer bestimmten Rangordnung zu folgen hat, der aber auch immer wieder versuchen wird, diese Ordnung aufzuweichen, umzudrehen, um in den Genuß einer besseren Position zu kommen.

(das ist der Hund, der nur frißt, wenn er mit am Tisch sitzt, oder der bestimmt, wohin der Spazierweg führt, kurz und gut, der Hund der „sagt, wo’s lang geht“ ;-)).

Fälschlicherweise wird stets davon ausgegangen, dass ein Baby – allein aufgrund der Tatsache, dass es ein Mensch ist – im Auge des Betrachters -hier DEM HUND- höher steht, als dieser selbst.

DEM IST NICHT SO ! Der viel zitierte „Welpenschutz“ bezügl. Menschenbabys ist eine Mär !!!

Ein krabbelndes Kleinkind wird ganz schnell zum Konkurrenten, wenn’s um
„Ressourcen“ geht.

Was sind Ressourcen, wird der Eine oder Andere fragen ?

Ressourcen mit Sicht auf Hundeverhalten sind :

1. Futter, samt dem dazugehörenden Geschirr
2. Spielzeug
3. Schlafplätze
4. auch die Person, der Hundehalter
5. der Sexualpartner……

…. alles wie im richtigen Leben, oder? Was denken Sie?

Um Ihr Baby, Ihr Kleinkind zu schützen gilt als Allererstes :

!! LASSEN SIE KIND UND HUND NICHT ALLEIN, LASSEN SIE ES NIE UNBEAUFSICHTIGT ZUSAMMEN IN EINEM RAUM !!

Ansonsten ist mit der obigen Aufzählung der Ressourcen eigentlich ganz selbsterklärend aufgezeigt, auf was es zu achten gilt, um ein reibungsloses Miteinander von Hund und Kind zu gewährleisten, nämlich :

1. AUFKLÄREN, Ihr Kind muss das Verhalten seines vierbeinigen Freundes verstehen lernen !

Spätestens ab Kindergartenalter – mit all den dazugehörenden Rangeleien Ihrer Kleinen um die dortigen „Ressourcen“ – kann man das dem Hund angeborene Verhalten einem Kind klar machen.
Es erlebt im Streit – häufig mit etsprechendem Körpereinsatz – auch nichts anderes, als das, was es riskiert, wenn der Hund seine Ressourcen verteidigt, nämlich angegriffen und ev. gebissen zu werden.

kleiner Einschub : Kinderbisse sind als gefährlicher einzustufen, als Hundbisse, also schützen Sie den Vierbeiner vor Ihrem Kind 😉 !
nein, eigentlich nur spassig gemeint, aber ganz ernsthaft: ein Menschenbiß toppt fast alles in Punkto Infektionsgefahr –
(das war das Wort Ihrer Dermatologin, der Hygiene-Besessenen ;-))

2. VORSORGEmaßnahmen treffen !

a. RESSOURCEN des Hundes RÄUMLICH SICHERN !
Trennen Sie Freßplatz, Schlafplatz, Futter-und Wassernäpfe, Spielzeug räumlich so von Ihrem Krabbelkind ab, dass es dem Viebeiner nicht in den Weg kommt, wenn sein Aktionsradius sich vergrößert.

b. JAGDINSTINKT des Hundes im Auge behalten !
Die Fortbewegung eines krabbelnden Kleinkindes kann nicht nur das Konkurrenzverhalten auslösen, sondern auch das Jagdverhalten des Hundes / der Katze.

a. und b. können Sie z.B. sehr gut mit dem Anbringen von Absperrgittern, wie man sie für Zimmer und Treppen kennt, vermeiden.

Wenn Ihr Hund VOR dem Kind in der Familie ist, das Baby also neu zur Familie kommt, können Sie, liebe Mütter, schon während Ihrer Schwangerschaft , Ihren Hund gezielt auf die Situation trainieren und vorbereiten :

1. Sie setzen gezielt Zeiten in Ihren Tagesablauf, wo Sie den Hund NICHT beachten und Zeiten, die Sie ihm widmen.
So lernt er, dass er sich zu bescheiden hat und nicht ständig die erste Geige spielen kann.

2. Sie trainieren schon im Vorfeld Übungen-/ Befehle ein, mit denen Sie ihn auf einen bestimmten Platz verweisen, ihn dort abliegen lassen und zwar solange, bis Sie das Signal zum Aufstehen geben. (ev. in einer großen gemütlichen Hundebox ).
Einen derartigen Rückzugsort wird Ihr Hund noch schätzen lernen und zu diesem Rückzugsort sollte Ihr Kind KEINEN Zutritt erhalten
(also nix mit Kind im Hundekorb, ja süß, aber ev. gefährlich)

3. Planen Sie Ihre Ankunft mit dem Baby in den vier Wänden
Damit Ihr Hund nicht sofort eifersüchtig reagiert, lassen Sie Ihren Mann das Baby tragen, so haben Sie beide Hände frei zum Streicheln.

4. Koppeln Sie ab jetzt Alles, was für den Hund positiv besetzt ist – wie z.B. Befehle befolgen, weil’s dafür ein Leckerle gibt – mit dem „Dabei-sein“ des Kindes, also wenn Ihr Kind wach ist, indem Sie genau während dieser Zeit Ihren Hund anreden, ihm Befehle erteilen und – GANZ WICHTIG – Ihn belohnen.
Im Umkehrschluß : Kümmern Sie sich NICHT um Ihren Hund, wenn das Baby schläft !

Warum ?
Ihrem Hund prägt sich auf diese Weise ein, dass Alles, was mit Ihrem Kind zu tun hat, für ihn nur Vorteile bringt und ….. Tja, Liebe geht nun mal durch den Magen.

Und damit wäre ich am Ende mit dem Thema „Risiko Haustier – Kind“ , zwar ließe sich die Thematik noch unendlich weiterführen…., nun soll aber IHR gesunder Menschenverstand gefragt sein!

Viel Spass mit Kind / Hund und Katze !

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