HONG KONG….

(…. wie die richtige Schreibweise in Hongkong für Hongkong lautet)
Hier ein kleiner Ausflug aus dem Reich der Tiermedizin, ins Reich der Mitte.

Warum meint die TÄ dorthin fliegen zu müssen ?
Nein, nicht aus Fernweh, nicht um Urlaub zu machen ! Touristisch betrachtet, bin ich die Urlauberin mit dem „kleinstmöglichen ÖKOLOGISCHEN Fußabdruck“, was heißt, entweder per Rad, oder Zug oder garnicht.

Also, warum dann?
Wegen dem wichtigste Mann im Leben einer Frau…. „ihrem Sohn“ , dem es gefällt, seine berufliche und damit private Zukunft fernab der Münchner Heimat zu sehen.

Die Reise hat Spuren im Kopf hinterlassen, neue Gedankenwege haben sich aufgetan „…. wenn einer eine Resie tut, dann kann er was erzählen“, also erzähl ich Ihnen etwas, aber gleichzeitig, mir noch viel wichtiger, fasse ich das Erlebte in Worte, mache es für mich fest, reproduzierbar, denn die wahren Eindrücke lassen sich nicht fotografieren …. und ich erzähle auch einfach gern!

WAS also HAT MICH BEEINDRUCKT AN HK (bitte fragen Sie jetzt nicht „war’s schön?“, dazu bin ich eigentlich viel zu rational und umweltbewußt um das mit ja beantworten zu können) ?

Da wäre als Erstes – trotz „Big eye (oder großer Bruder) is watching you“ – die “ unglaubliche Leichtigkeit des Seins“ (schon wieder ein Zitat, wer kennt den Schriftsteller Milan Kundera), geboren aus dem Nichtexistierens oder Nichtbefolgens jeglicher bürokratischer Vorgaben :
. Da wird gebaut, gebohrt, gehämmert (Krach zu allen Tag-und Nachtzeiten, in Deutschland undenkbar).
. da wackeln die Häuser, da ist schon mehr zu spüren, als wenn Wände vibrieren, wenn 500 m weiter ein neuer Kaufrauschtempel entsteht. Man glaubt, ein Erdbeben breite sich aus, man will sofort das Gebaüde verlassen, man denkt, für DIE, die da zugange sind, sind die Worte Statik und statistische Berechnung Fremdwörter.
. Da gibt es Elektroanlagen – ein Kabelgewirr wie von Kinderhand gebastelt und verlegt, alles Aufputz (wobei der Putz meist fehlt) alles offen, in Reichweite, droht herunterzustürzen, nichts in Rohrleitungen geschützt… allein vom Hinschauen meint man einen Hochvolt-Stromschlag versetzt zu bekommen!
. ganz zu schweigen von den im Geiste zwanghaft auftretenden Szenarien von ausbrechenden Bränden nach Kurzschluß in 15-stöckigen Hochhäusern …
(….. ohne Lift, darf man im Brandfall eh nicht benutzen, also, was solls, Treppensteigen ist nachweislich gesünder… in einem solchen also lebt auf ca 6 qm mein Sohn, Nasszelle mit Kochgelegenheit und Klappbett, dafür sind stolze – umgerechnete – € 400/Monat abzudrücken, aber alles sauber, neu(um)gebaut. Aus EINER Wohnung wurden so – durch wunderbare Vermehrung (siehe Bibel : Wasser zu Wein) – gleich 3 neue Wohnappartements, DAS meines Sohnes war die ehemalige Kleinküche der ehemaligen 3-Zi-Wohnung. Trotzdem immer noch besser, als im Wohn-Zelt auf dem Dach eines Hochhauses, wird auch „app with rooftop“ genannt)

weiter im Beeindrucken :
. da wäre das völlig ungesicherte Herumturnen der Bauarbeiter auf Bambusgerüsten an den immer riesigen Wohntürmen. (die Bambusgerüste sind optisch wunderschön und asthetisch, man könnt sie grad stehen lassen nach Bauende, Metallgerüste sieht man so gut wie nie). Allein beim Aufbau und Abbau zu zusehen, mit welcher Systematik die Männer die gefährlichen Situationen meistern, ringt einem Respekt ab (plötzlich versteht man, warum mit die besten Bergsteiger häufig dem asiatischen Raum enstammen, schon allein die Körpergröße bietet die besten Vorrausetzungen um Kraft, Behendigkeit und Geschicklich optimal zu kombinieren (schauen’s doch mich an, bin 157 cm GROß ;-), praktisch, handlich 😉 fürs bouldern wie erfunden ;-))
. da überwiegen Sträßchchen, so eng, dass man es nicht für möglich hält, dass da jemals ein Krankenwagen im Verkehr durchpasst (oder Polizeiautos, deshalb wahrscheinlich das unbürokratische Verhalten in diesem Gegend, mangels fehlender Kontrollen),
. Sträßchen, die zu betreten für eine staunende, Großdorf – (München, Verzeihung ;-)) – gewohnte Europäerin geradezu wie geschaffen sind, das Lebensende im Alters-Pflegeheim zu vermeiden denn der Verkehr ist GNADENLOS!!! Auch da gilt, KEINE Gesetze, oder keine die was Wert wären, da entscheidet das Köpfechen des Einzelnen ob das im Chaos endet oder halt nicht…..!
Trotzdem, hat man sich erstmal dran gewöhnt, merkt man, wenn Jeder, so wie das hier gelebt wird, mehr Eigenverantwortung übernimmt, weil der Schrei nach dem Recht eh ungehört bleibt, kann man auch da gut überleben …. und selbst die Regeln überschreiten 🙂 !

ok, da könnt ich jetzt ewig weiterberichten, werde ich auch, aber nicht jetzt, es muß gearbeitet werden.

Fakt ist : DAS IST UNGLAUBLICH ERFRISCHEND WOHLTUEND, ja KREATIV, und man erkennt schnell, es kann auch so gehen, das Leben funktioniert, ohne viel Reglement, ohne viel Bürokratie…

trotzdem lebe ich lieber an einer Leine, wo ich weiß, wer und wo das andere Ende ist, wo ich weiß, wie und DASS ich mich – zumindest laut Grundrecht – gegen die Gängelei wehren kann, mich auch von der Hand befreien kann, die da lenken, dirigieren will, Alles besser, als mit dem unterschwelligen Gefühl zu leben, kontrolliert und gesteuert zu werden, ohne das wirklich wahrnehmen zu können, ….unterminiert zu werden……

Es folgt/en weitere HK-Berichte, da gibts noch Einiges zu sagen, schon allein der FLUUUUG!!!

Wäre schon der Hinflug das gewesen, zu was der Rückflug wurde …… „Angst essen Seele auf“ (auch ein Zitat, die Älteren kennen’s ev., Fassbenderfilm, meine Jugend)…., ich wär noch dort, oder – ganz entsprechend meiner Devise – kleiner Fußabdruck – heimgelaufen, wär dann allerdings noch nicht wieder da und viele Patienten ohne Hilfe geblieben – das Ankommen hier war höllisch, ist noch höllisch (arbeitsmäßig!) aber intensiv, wie ich’s liebe 😉 !!

Bis bald (so’s die Arbeit erlaubt)

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