Herbst-/Igel-/Flohbefall – „HOT SPOT“-Zeit (Teil 1)

nach längerer – Infektions bedingter – geistiger Sendepause (nur das Notwendigste war machbar) melde ich mich mit einem relativ leidigen Thema zurück, lieber Leser, liebe Leserin, mit dem Thema:
FLOHBEFALL!
Dies nicht ohne Grund, denn in meiner Praxis häufen sich z.Zt. die „Hot Spot“ – Patienten.

„Hot Spots“ sind lokale, meist kreisrunde, häufig nässende Hautentzündungen, die sehr jucken können.
Einer der Gründe für diese „Hot Spots“ ist unter anderen, der Flohstich.
Zwar gibt es einige prädisponierte Hunderassen, z.B. der Deutsche Schäferhund, aber auch andere, meist große Rassen, werden von dieser Art der Hautentzündung heimgesucht.

Ein Igel ist der reinste Flohtransporter, sozusagen das dicht gedrängte, voll besetzte öffentliche Verkehrsmittel für Flöhe.
Auf ihrer Suche nach einem Winterquartier, werden die Igel gerne von den feinen Hundenasen in Laubhäufen aufgestöbert. Dem Igel passiert dabei nichts, der trägt sein eigenes Abwehrarsenal am Körper, die Stacheln machen dem neugierigsten Hund schnell den Garaus.
Als Erinnerung nimmt der größere Vierbeiner dann schonmal ein, zwei Flöhe mit.
Und schon ist es passiert. Wer dafür in Frage kommt, kann den üblen Hot Spot entwickeln.

Die Behandlung des Hot Spots stellt uns Dermatologen nicht vor größere Probleme, das ist sozusagen das kleine Einmaleins unseres Spezialgebiets, gut zu behandeln, vorausgesetzt Besitzer und Patient ‚bleiben bei der Stange‘.
Schwieriger wird es bei der Bekämpfung der Ursache!
Denn der Floh, mit einer Überlebenszeit von ca. 100 Tagen, kann während dieser Zeitspanne bis zu 2000 Eier legen und bis zu 300, ja bis zu 400 x täglich stechen.
Was dies für die Flohkontrolle bedeutet, kann man sich gut vorstellen.
Der Floh muss sowohl am Hund, als auch an allen weiteren tierischen Mitbewohnern und in der Umgebung eliminiert werden!
Das heißt, auch Ihre Wohnungskatze muss – obwohl sie selbst kein „Freigänger“ ist und auch wenn sie sich garnicht kratzt – mitbehandelt werden.
Der Mensch, der zwar ebenfalls gestochen wird, bildet eine natürliche Schranke im Lebenszyklus des Flohs, denn mit menschlichem Blut kann er sich nicht fortpflanzen.

Sie werden nun sagen „..nein, mein Hund hat keinen Floh und auch meine Katze nicht, beide kämme ich täglich und würde einen Flohbefall bemerken“.

Ehrlich zugegeben: auch ich finde häufig nicht den Floh, wohl aber den Flohkot, beim Kämmen mit einem sogenannten Flohkamm, das ist ein Kamm mit ganz engstehenden Zacken oder Zähnen, wie auch immer.

Zwischen diesen Zacken bleibt der Flohkot als – mit dem bloßen Auge erkennbare – kleine, schwarz-braune Pünktchen hängen. Bringen sie diese nun in Kontakt mit Wasser, lösen sich sich auf und verfärben die Umgebung rötlich-braun. Diese Farbe stammt aus der Flohmahlzeit und das war das Hundeblut.

Diese einfache Untersuchung können Sie selbst machen, dazu braucht es noch keinen Fachmann.
Kämmen Sie den gesamten Hund mehrere Minuten von oben bis unten, zumindest aber an den Prädilektionsstellen, rund um den Hals, an der Brust und um den Schwanzansatz.

Bei Ihrer Katze verhält es sich anders.
Bei Katzen findet man meist weder Flöhe noch Flohkot.
Warum? Ganz einfach, Katzen putzen sich zu gut und zu gründlich und besonders dann, wenn’s irgendwo juckt.
Sie erwischen mit ihrer rauhen Zunge die Flöhe im Fell sehr schnell.
Die Plagegeister bleiben wie an Wiederhacken am Zungenrücken hängen und werden abgeschluckt, bevor sie Zeit hatten, Kot abzusetzen.
Die Flöhe findet man dann eher im Kot, aber wer sucht da schon gerne?

Also bleibt nur die Akutbehandlung und dann die engmaschige Prophylaxe, denn :
wo ein Ei, da bald wieder ein Floh und weiter geht der Zirkus…
(Weiteres Wissenswertes folgt demnächst in Teil 2)

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